geschrieben von Betty van Loon

Programmierer aus Indien – Fluch oder Segen?

Programmierer aus Indien RisikenDas Stichwort „Programmierer aus Indien“ begegnete mir gestern gleich zweifach: Beim XING Networking im Düsseldorfer Rheinturm würfelte mich das Losglück zuerst an einen Tisch mit drei Unternehmensberatern. Und anschließend in eine Runde mit einem Webprogrammierer, einer Spezialistin für IT-Recht und einer Designerin.

Beide Male kam die Sprache auf „Programmierer aus Indien“. Und ich staunte über den Blick einiger auf die Marktsituation. Denn das Spektrum reichte von „die können halt ´was“ bis zu „wer ist denn so irre und arbeitet mit denen“.

Weder Schwarzsehen noch Jubelrufe sind in meinen Augen berechtigt. Wer in Kommunikation und Webdesign tätig ist, wird Werbe-Mails und -Anrufe von indischen IT-Anbietern kennen. Der Stundensatz von 10 Euro bzw. 4 Euro für Datenerfassung klingt für deutsche Ohren höchst reizvoll. Wer sich gar einen eigenen indischen Programmierer mieten will, bekommt ihn für etwa 1.300 Euro monatlich. Für eine 6 Tage-Woche und mit betreuendem Account-Manager wohlgemerkt.

Programmierer aus Indien – wo ist der Haken?

Wer es gewohnt ist, höchst präzise Briefings zu formulieren, Design, Funktionen und SEO-Notwendigkeiten exakt zu beschreiben und verhandlungssicher Englisch spricht, hat gute Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit indischen IT-Dienstleistern. Mitbringen muss man dennoch ein Verständnis dafür, dass es diverse kulturelle Unterschiede gibt. Auch der Vertriebsdruck, der von manchen indischen Key-Accountern aufgebaut wird, ist für deutsche Akteure ungewohnt bis nervig. Unternehmerinnen dürfte immerhin freuen, dass in der indischen IT-Industrie Frauen ganz selbstverständlich in leitenden Funktionen tätig sind, zum Beispiel als Account Manager.

Wer dankbar ist für das Mitdenken eines Partners, um ein digitales Produkt nutzerfreundlicher und erfolgreicher zu machen, wird von indischen Partnern vermutlich enttäuscht sein. Auch hier wirken sich kulturelle Unterschiede aus.

„In großen Konzernen weiß man, dass beide Seiten von einem vorherigen interkulturellen Training profitieren. Wer sich vor allem von den günstigen Stundensätzen indischer Anbieter locken lässt und Projekte allzu gelassen nach Indien vergibt läuft Gefahr, dass das Projekt nicht in der Sache, sondern an den Abläufen und der Kommunikation miteinander scheitert“, sagt mir dazu Thomas Schifferdecker, der mit seinem Beratungsunternehmen IHRAS seit über 20 Jahren Projekte mit internationalen Fachkräften begleitet.

Programmierer aus Indien – wo liegen die Chancen?

Niedrige Kosten und hohe technische Kompetenz sind klare Argumente für einen Test. Je genauer ein Projekt definiert ist, desto besser sind die Chancen, dass die fachlichen Stärken der indischen Programmierer ideal eingesetzt sind.

Programmierer finden – es darf auch das Inland sein

Wer allerdings genau das nicht leisten kann sollte sich eine Internetagentur im heimischen Markt suchen. Am besten eine, die ihr Herzblut, ihre Erfahrung und ihre Freude am Gelingen einbringt. Deutsche Stundensätze sind zweifelsohne höher – doch da die Abläufe spürbar reibungsärmer sind, entfallen Handlingzeiten und unproduktives, anstrengendes Kümmern.

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