Achtsamkeit im Umgang mit den eigenen Ressourcen als Selbständige

3. April 2019

Selbständig – selbst und ständig arbeiten?

Seit 20 Jahren bin ich nun selbständig und kenne daher die Herausforderungen der Selbständigkeit. Dem Spruch “Selbständig? = selbst & ständig arbeiten” bin ich in dieser Zeit selbstverständlich oft begegnet und habe ihn wohl auch selbst so manches mal zitiert.
Und tatsächlich ist dies eine der Herausforderungen: Eben nicht ständig, unbegrenzt und immer weiter zu arbeiten. Die Mischung aus Freude am Beruf, eine meistens immer gut gefüllte Aufgabenliste und ein innerer Antreiber in einem selbst, der immer wieder in Sorge gerät, ob alles zu schaffen ist, wenn man nicht ständig arbeitet, verleiten leicht dazu, endlos zu arbeiten.
Mir ging und geht es selbst heute immer wieder so. 
Manchen Selbständigen “helfen” Familie oder Partnerschaft vielleicht zwangsläufig, sich irgendwann auch anderem oder vielmehr anderen zuzuwenden.
Aber auch da bleibt die Frage: Wo bleibt Zeit für sich selbst? Wo ist der Raum, sich zu erholen, sich zu spüren und die eigenen Ressourcen wieder aufzufüllen?

Übergänge wahrnehmen und gestalten

Für mich war in diesem Zusammenhang das Thema “Übergänge” ganz faszinierend. 
Denn oft war ich, wenn ich aus einer vollen Woche, einem vollen Tag oder auch einer intensiven Arbeitssession auftauchte etwas orientierungslos: Und jetzt? Was brauche ich jetzt? Was will ich? Was steht an? Ich habe gemerkt: Ich brauche im Übergang von Einem zum Anderen, vom Arbeiten zum Nichtarbeiten – Zeit. Zeit um mich neu zu orientieren, um von der einen in die andere Situtation zu wechseln. Zurückzulassen und vielleicht auch loszulassen, was mich bis gerade beschäftigt hat, um mich dann ganz auf die nächste Situation einzulassen und auch stimmige und zu mir und meinen Bedürfnissen passende Dinge für meine Regeneration zu tun.

Rituale entwickeln, um die eigenen Ressourcen aufzufüllen

Ich hab angefangen, diese Übergänge mit kleinen Ritualen zu gestalten. Für den Übergang ins Wochenende z.B. gönne ich mir so oft wie möglich eine Auszeit in meinem Lieblingscafe und lasse die Woche Revue passieren. Ich betrachte meine Woche wie sie war, sammle die “Diamanten der Woche” (Highlights, Erfolge und auch kleine schöne Momente) und fühle in mich hinein, was ich am Wochenende WIRKLICH brauche und möchte.
Im Herbst 2018 ist aus meiner eigenen Erfahrung mit dem bewussten Gestalten von Übergängen ein neues Workshopformat entstanden: Dive into your weekend”. Hier teile ich meine Erfahrungen und lade ein zu einem Abend, der Zeit und Raum bietet, ein Ankommen bei sich selbst durch Bewegung, Entspannung, bewusster Reflexion und Ausrichtung.
Der Workshop ist eine Einladung für alle Interessierten, insbesondere für Selbständige und Unternehmerinnen: ein möglicher Beitrag für ein bewusstes Gestalten der Arbeit und der Übergänge zwischen Arbeit und Freizeit. Um gut einzutauchen in das Wochenende und einen wertschätzenden und liebevollen Umgang mit sich selbst und den eigenen Ressourcen zu pflegen.

Auf eine Tasse Tee – Nachsinnen über die Arbeit und die Übergänge 

Welche Strategien, Übungen oder Rituale hast Du, um Dich in Deiner Arbeit zu organisieren, Deine Ressourcen wieder aufzufüllen? Wie schaffst Du es, statt selbst ständig zu arbeiten, selbstbestimmt zu arbeiten UND Dich auch bewusst zu erholen? 
Du bist selbst Deine “wichtigste Mitarbeiterin” – es ist also sinnvoll und gut, wenn Du Dir für Dich überlegst, wie und wann und wo Du achtsam mit Deinen Ressourcen umgehen kannst.
Vielleicht magst Du Dich am Übergang zum nächsten Wochenende mal auf eine Tasse Tee mit Dir selbst verabreden und Dir 10 Minuten Zeit nehmen? 10 Minuten, um Deine Woche zu betrachten und Dir Gedanken darüber zu machen, an welcher Stelle Du Übergänge bewusster gestalten möchtest.
Viel Freude dabei, gute Einsichten und kreative Ideen für Deine Gestaltung der Übergänge wünscht Dir – Melanie Jung